Vorschlag „A Walk in the Woods“

Waldspaziergänge bringen frische Gedanken, zu jeder Jahreszeit. So war es auch im Juli 1982, auf dem Höhepunkt der Ost-West-Krise, die durch die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa hervor gerufen worden war. Beide Seiten, Amerikaner und Sowjets, verhandelten in Genf. Die Unterhändler Paul H. Nitze und Yuli A. Kvitsinsky gewannen gegenseitiges Vertrauen und kamen nach einem Waldspaziergang mit einem Lösungsvorschlag zurück, der von den „Oberen“ aber nicht akzeptiert wurde.

Friedensbemühungen, so komplex wie die Verästelung einer Eiche

Aus dieser Anekdote entstand ein Theaterstück Walk in the Woods, das ich im März 1988 im Booth Theatre am Broadway in New York sehen konnte (ich war als UN Trainee für zwei Wochen in Manhattan). Auf der Bühne des Zweipersonen-Stücks standen Baumstämme, zwischen denen der Dialog jener Männer stattfand. „Walk in the Woods“ gilt als Beispiel dafür, wie stark Friedensbemühungen auf Vertrauen beruhen.

Auch heute sitzen zwei Parteien zusammen, die dringend Frieden verhandeln müssen. Von Vertrauen mag man dabei gar nicht reden.

Ich glaube, ich mache mich auf in meinen Lieblingswald in unserer Nachbarschaft, der immer noch kahl ist. Aber vielleicht finde ich erste Spuren des Frühlings, immerhin gibt die Natur die Hoffnung ja noch nicht auf.

Weitere Informationen:

Beitrag zur Friedenspolitik (mit YouTube-Video). Graduate Institute, Genf, 2018