Träge und hinterm Mond?

Die Presse im Ausland zitierte jüngst genüsslich oder mit Erstaunen den Ehemann unserer (Noch-)Bundeskanzlerin, der sich zur Impfskepsis eines guten Drittels der Bevölkerung geäußert hatte. Nun ja, besser als „überheblich und forsch“ mag man meinen.

Aber während Europa der Welt in der vierten Welle der Pandemie demonstriert, was politische Ignoranz und Negieren von wissenschaftlichen Fakten bewirkt, reibt sich Asien die Augen: Wurden nicht die besten Impfstoffe in der alten Welt im Rekordtempo entwickelt? Zwischen Bali und Bombay stünde man Schlange, um an einen unserer Impfstoffe heran zu kommen.

Ausgerechnet der Kontinent der Aufklärung und der oft zitierten europäischen Werte diskutiert, lamentiert, demonstriert, während das Virus sich in die Lungen schleicht. Mittendrin das Land von Robert Koch oder Paul Ehrlich oder auch Max Planck. Die größte Katastrophe? Abgesagte Weihnachtsmärkte und stornierte sogenannte betriebliche Weihnachtsfeiern, nicht die Situation in den Krankenhäusern und die dort um ihr Leben Ringenden.

Wie weit reicht eigentlich der Horizont unserer Aufgeklärtheit? „Man weiß ja nicht, was drin ist“, „Nicht gründlich genug getestet“, „Ich warte noch ab“ – so oder so ähnlich klingt es. Das Haus brennt und ich überlege, ob die Feuerwehr wirklich die Lösung ist.

Manchmal denke ich, was wohl Till Eulenspiegel gemacht hätte. Vielleicht kleine Coronabrötchen gebacken und auf den Marktplätzen zum Kauf angeboten: reinbeißen und gesund bleiben.

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