„One Night in Bangkok“

Das sang Murray Head 1984. Und weiter: „The bars are temples, but the pearls ain’t free.“ Wandert „Mann“ durch die Straßen der thailändischen Metropole, so fällt man buchstäblich über Massage Parlours und Go Go Bars. Das tut der Freundlichkeit und allseitigen Geschäftigkeit der Thais keinen Abbruch: Die Stadt ist jung und kann die Touristen (mit und ohne Begleitung) locker absorbieren.

Vor fast 40 Jahren war ich als Backpacker in Bangkok. Wir nahmen damals südlich des Lumphini Parks und der Rama IV Road Quartier. Das Malaysia Hotel, in dem wir 1979 wohnten, gibt es heute noch. Es war einst für die Entspannung von GIs gebaut, die den Krieg in Vietnam für ein Wochenende vergessen wollten. Für uns war es eine im „Lonely Planet“ empfohlene Unterkunft. Als ich es heute besuchte, war es kaum wieder zu erkennen.

Aber was mich am meisten überraschte: Das Reisebüro, in dem ich 1979 das Rückflug-Ticket nach Europa kaufte (Bangkok-Calcutta-Bombay-Rom-Paris-Frankfurt-London für 372 US$, ca. 760 DM), gibt es ebenfalls heute noch! Dabei haben  sich Bangkok, Thailand (und die Welt) weiß Gott gewandelt. Schön zu sehen, dass die unscheinbarsten Dinge Bestand haben.

Von einer Fußgängerbrücke der Rama IV Road habe ich 1979 den schon vor 38 Jahren irren Verkehr Bangkoks festgehalten – Stau über Stau. Von derselben Stelle zum Vergleich die Fotos von heute.

Bangkok hat heute natürlich ein modernes Nahverkehrssystem: Unter der Rama IV führt die Bangkok MRT (U-Bahn) entlang und verbindet den Hua Lamphong-Bahnhof in einem Bogen nach Osten mit den Subzentren der Metropole. Man kann sich aber auch in ein Taxi setzen und am Stau teilhaben. Auf der Straße gibt es eine Alternative für den Abenteuerlustigen im Urban Jungle Bangkoks: Motorrad-„Taxis“. Ich fand eine Reihe von Fahrern auf Kunden wartend. In der beginnenden Tageshitze ist immer Zeit für ein Nickerchen.