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Das Modell „Germany Sewing Machine“ im Bazar von Yangon (Myanmar) wirkt solide, geradezu unverwüstlich. Sagt das was aus über uns? Oder darüber, wie andere uns sehen? „Vorsprung durch Technik (Bumm, bumm, Bumm)“ halt es aus dem Autoradio, als wir auf dem Weg von Elgin nach Inverness in Schottland sind. Der lokale Aldi bewirbt jeden Monat sechs Sonderangebote („ALDI Super 6“). In der „city centre“-Mall in Salt Lake, Calcutta, hat Die Bank eine Filiale und Volkswagen Tiruchirapalli natürlich „Das Auto“ als upgrade im Programm.

Man begegnet dem „Exportweltmeister“ überall. Der Cayenne, der am Busbahnhof in Tamil Nadu parkt, Stationen des TÜV Türk an den Straßen der Türkei oder das „St. Pauli Girl“ an der Hauswand in San Francisco, das demnächst in Deinen Kühlschrank einzieht. Im MediaMarkt Sanliurfa (Südosttürkei) hat sicherlich auch der I.S. den einen oder anderen USB-Stick gekauft, immerhin warnt ein Schild in Diyarbakir (im kurdisch dominierten Teil der Türkei) auch in unserer Sprache vor dem Überwinden eines Stacheldrahtzauns. Man weiß nie, ob ein tollkühner Tourist es mal versuchen möchte …

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Wer in der Welt unterwegs ist, der mag sich wundern, wie präsent unsere Brands überall sind. Gut, man möchte nicht unbedingt Heckler & Koch begegnen, oder der „Leopard Family“ von Rheinmetall. In den Malls im Osten der Türkei fanden wir sogar Namen, die in Deutschland unbekannt sind, aber den Kunden in jedem Fall Qualität signalisieren sollen („FAKIR Haushaltsgeräte“). In Kowloon/Hongkong impliziert ein Plakat für den „Predator F.C.“ (ein Vereinsname wie geschaffen für die Bundesliga, etwa „1. FC Raubtier“), dass Michael Ballack im Team spielt. Die Stadt Kotor in Montenegro gibt bekannt, dass die KfW dabei hilft, ein Abwasserprojekt zu finanzieren. Und die Stadt Neu Ulm in Minnesota/USA ist so stolz auf ihr deutsches Erbe, dass am Rand der Stadt das Hermannsdenkmal aus dem Teutoburger Wald nach gebaut wurde. Im „Guten Tag Haus“ findet der Besucher alles, was irgendwie mit Deutschland zu tun hat.

dsc00525Was jetzt noch fehlt, wäre, dass der „Situation Room“ im Weißen Haus in „Kallstadt Room“ umbenannt wird. Marken wie Audi oder Lufthansa machen aus dem Klischee bewusst Werbung: Endlich lassen wir mal unseren Humor raus!